Silbermünze mit Porträtprägung von Markgraf Karl Wilhelm von Baden

Der Liebhaber

Karl Wilhelm und die Tulpenmädchen

Beim Umzug in die Residenz Karlsruhe war Magdalena Wilhelmine, die Ehefrau des regierenden Markgrafen Karl Wilhelm, nicht mitgekommen. Sie blieb in der Karlsburg in Durlach. Bald gab es Gerüchte von jungen Frauen, die Karl Wilhelm in seinem neuen Schloss beglückten.

Aquarellblatt aus dem Karlsruher Tulpenbuch

Malten die Tulpenmädchen wirklich das berühmte Buch?

Junge Damen am Hof

„Bekanntermaßen besteht dermalen unser einziges Plaisir in der Garten- und Blumen-Cultur“ – so äußerte sich Karl Wilhelm einmal in einem Brief. In seinen Lustgärten besaß er Tausende von Blumen. Aber auch zahllose „Tulpenmädchen“ soll er gehabt haben, wurde in der Vergangenheit oft berichtet. Man glaubte, die jungen Frauen hätten die Malereien des Tulpenbuchs angefertigt – eine Legende. Dass Karl Wilhelm eine größere Zahl von Damen um sich scharte, ist aber nicht von der Hand zu weisen – schon seine Zeitgenossen berichteten davon.

Bildnis der Liselotte von der Pfalz

Sie nannte den Markgrafen einen Narren in Großformat.

Ein Narr in Grossformat

Baron von Pöllnitz schrieb 1730, es seien „derer an der Zahl 60, doch haben ihrer täglich nicht mehr als 8 die Aufwartung. Wenn der Marggraff ausfährt, folgen ihm selbige als Hussaren verkleidet zu Pferde nach. Der mehrste Teil von ihnen verstehet nebst der Music auch das Tantzen…“. Liselotte von der Pfalz äußerte: „Ich fürchte, der Markgraf von Durlach sei ein Narr in Folio [Großformat] geworden. Freilich habe ich schon von seinem Serail gehört …“.

Bildnis des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden, Lithografie um 1820

Der Markgraf besaß eine ungewöhnliche Leibgarde.

Königin der Nacht

Carl Eduard Vehse, der in seinem Buch „Die Höfe zu Baden“ 1853 manchen Klatsch aufgriff, berichtete dann schon von „hundertsechzig Gartenmägdlein“, die Karl Wilhelms Leibgarde bildeten und ihn auch an der Tafel bedienten. „Alle Abende ließ er unter den Huris die achtundsiebzig Karten eines Tarockspiels austeilen, und die Glückliche, welche den Pagat-Trumph erhielt, ward Königin der Nacht.“ Tatsache ist: Einige junge Frauen aus Durlach hatten Kinder von unbekannten Vätern, sie alle hießen Carl oder Carlina und der Markgraf zahlte für ihre Erziehung.

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