Fürstlicher Lustgarten mit spektakulärem Gewächshaus

Botanischer Garten Karlsruhe

Bescheiden und aufgeklärt

Karl Friedrich

von Baden

Karl Friedrich (1728–1811) regierte 73 Jahre lang und heiratete zweimal. Seit 1746 war er Markgraf, nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806 Badens erster Großherzog – ein aufgeklärter Herrscher, von dem Historiker ein positives Bild zeichnen.

Was sagten Zeitgenossen über Karl Friedrich?

Andere Fürsten kommentierten es teilweise spöttisch: Karl Friedrich galt als bescheidener Herrscher. Ein Schwede schrieb 1773 über ihn: „Er hatte bloß einen Läufer und zwei Lakaien bei sich und fuhr in einem Wagen mit zwei Pferden, ohne weitere Pracht. Dieser Herr ist zu sehr Philosoph, um dergleichen Glanz zu lieben. Er will nicht, daß die Trommel gerührt werden soll, wenn er vorbeikommt, sondern die Wache tritt bloß ins Gewehr. Er kleidet sich schlecht und recht, trägt fast beständig Stiefel und Sporen …“

Bildnis des Großherzogs Karl Friedrich von Baden, der Begründer des Botanischen Gartens Karlsruhe; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Wissbegierig: Großherzog Karl Friedrich von Baden.

Welche Rolle spielte er als Herrscher?

Der Philosoph Johann Gottfried Herder äußerte, Karl Friedrich sei „Deutschlands bester Fürst“.  Er galt und gilt als Musterbeispiel eines zwar absolutistischen, aber aufgeklärten Herrschers – und als Gründervater des modernen, liberalen Baden. Er förderte Schulen und Universitäten, Wirtschaft, Kultur und Städtebau. 1767 verbot er die Folter und hob 1783 die Leibeigenschaft auf. 1808 legte er den Grundstein für die erste badische Verfassung. Verabschiedet wurde sie allerdings erst zehn Jahre später unter Großherzog Karl.

Wie hat ihn Karoline Luise beeinflusst?

Seine Ehe mit Karoline Luise von Hessen-Darmstadt entwickelte sich zu lebenslanger Liebe und regem intellektuellem Austausch. Als sie 1751 heirateten, war Karoline Luise gebildeter und selbstbewusster als er. Sie brachte ihn mit dem Gedankengut der Aufklärung in Berührung, holte Künstler und Philosophen an den Hof. Vermutlich reifte durch sie auch sein Interesse an der Botanik. 1783 starb sie während einer Paris-Reise. Karl Friedrich verwahrte ihre Briefe von dort mit dem Vermerk: „letzte Briefe der besten Frau“.  

Bildnis des Großherzogs Leopold von Baden; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Leopold – der erste Herrscher aus der Hochberg-Linie.

Wer war seine zweite Ehefrau?

1787 heiratete Karl Friedrich ein zweites Mal. Die Neue: Luise Caroline Geyer von Geyersberg (1768–1820), nicht „standesgemäß“ und 40 Jahre jünger als er – eine Hochzeit „zur Linken“. Er erhob sie zur Reichsgräfin von Hochberg. Nach dem Auftauchen Kaspar Hausers 1828 gab es Gerüchte, sie habe Karl Friedrichs Urenkel verschwinden lassen, um ihre eigenen Söhne an die Macht zu bringen. Erst 1830 trat dieser Fall ein: Mit Leopold, der von 1830 bis 1852 regierte, kamen die Söhne der Hochberg-Linie an die Regierung.

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