Fürstlicher Lustgarten mit spektakulärem Gewächshaus

Botanischer Garten Karlsruhe

Die Pflanzenliebhaberin

Karoline Luise

von Baden

Die bekannteste der Frauen am Hof in Karlsruhe ist wohl Karoline Luise von Baden (1723–1783), die Ehefrau Karl Friedrichs. Sie interessierte sich ganz besonders für Botanik – doch die Neuanlage des Botanischen Gartens erlebte sie nicht mehr.

François Marie Arouet, genannt Voltaire, Porträt von Nicolas de Largillière; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

François Marie Arouet, genannt Voltaire.

Warum wurde sie „Vielwisserin von Baden“ genannt?

So vielseitig interessiert wie Karoline Luise war wohl keine Frau am badischen Hof. Mehr als 3.300 wissenschaftliche Bücher schaffte sie an – und las sie auch: ob Kunst, Literatur oder Theologie, Geschichte, Naturwissenschaften oder Medizin. Karoline Luise malte und war eine leidenschaftliche Sammlerin. Ihr reger Austausch mit Schriftstellern und Gelehrten wurde gekrönt durch den persönlichen Kontakt zu Voltaire, der sie schätzte. Der Philosoph Johann Caspar Lavater nannte sie 1782 die „Vielwisserin und Vielfragerin von Baden“.

Welche Bedeutung hatte sie für den Botanischen Garten?

Karoline Luise förderte den Aufbau einer modernen Pflanzensammlung. Sie ließ neue Arten einführen und die Bestände nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten ordnen: dem seit 1735 entwickelten System des schwedischen Botanikers Carl von Linné (1707–1778). Auch ein Druckwerk nach seiner Pflanzensystematik plante sie – es scheiterte an den Kosten. Linné benannte 1775 eine neu entdeckte Pflanze nach ihr. Mit Joseph Gottlieb Kölreuter holten Karoline Luise und Karl Friedrich 1765 erstmals einen bedeutenden Botaniker an den Hof.

Porträt der Markgräfin Karoline Luise, Mitbegründerin des Botanischen Gartens Karlsruhe; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Ihre Sammlungen sind Teil der Karlsruher Museen.

Was erinnert heute noch in Karlsruhe an Karoline Luise?

Ein Teil der umfangreichen Sammlungen Karoline Luises ist in den Karlsruher Museen bis heute zu sehen. Ihre Gemälde niederländischer und französischer Meister des 17. und 18. Jahrhunderts bildeten den Grundstock der Staatlichen Kunsthalle – ihr Naturalienkabinett die Basis des Naturkundemuseums. Auch die Tatsache, dass Karlsruhe in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als aufgeklärter Hof in die Geschichte einging, ist mit ihr Verdienst.