Fürstlicher Lustgarten mit spektakulärem Gewächshaus

Botanischer Garten Karlsruhe

Zwischen Tradition und Moderne

Stilgeschichte

Romantisch und malerisch liebte man es im 19. Jahrhundert und griff gerne auf Architekturformen und Ornamente vergangener Jahrhunderte zurück – selbst bei einem modernen Material wie Gusseisen.

Luftaufnahme des Botanischen Garten Karlsruhe; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Grüner Landschaftsgarten für angenehme Stunden.

Der erste Botanische Garten

Als Friedrich Weinbrenner 1806 begann, erste Pläne zur Neuanlage des Botanischen Gartens zu entwerfen, war man gerade dabei, auch den übrigen Schlossgarten umzugestalten – im Stil eines Englischen Landschaftsgartens. Anders als im Barock sollte ein solcher Park jetzt „natürlich“ wirken und das Auge wie ein Landschaftsgemälde mit einzelnen szenischen Attraktionen erfreuen – zum Beispiel mit kleinen Gebäuden oder Wasserfällen.

Torbogengebäude und Seerosenbassin im Botanischen Garten Karlsruhe; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Natur und Architektur als malerisches Gesamtkunstwerk.

Die Neugestaltung durch Hübsch

Im Sinne dieser romantischen Tradition handelte Heinrich Hübsch noch in den 1850er-Jahren. Bei der Neugestaltung des Botanischen Gartens wollte er Natur und Architektur zu einer malerischen Szenerie verbinden. Seit 1863, dem Todesjahr Hübschs, ersetzte man die hölzernen Konstruktionen der Gewächshäuser durch Gusseisen, wie man es seit Mitte des 19. Jahrhunderts in England für Glashäuser benutzte.

Karyatide an der Pergola im Botanischen Garten Karlsruhe; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Frauenfigur aus dem modernen Material Gusseisen.

Modernes Material, traditionelle Gestalt

Die Gestaltung des Wintergartens aus Gusseisen, heute nur noch ein Gerüst, zitiert trotz des modernen Materials den Aufbau und Schmuck eines griechischen Tempels. Nicht nur die Ornamente sind klassischen Details entlehnt. Auch die Karyatiden – weibliche Figuren, die die Dachkonstruktion auf ihrem Kopf zu tragen scheinen – gab es schon in der griechischen Antike. Säulen und Zierelemente aus Gusseisen finden sich auch vielfach an kleineren Bahnhöfen der damaligen Zeit, wie sie rund um Karlsruhe mehrfach erhalten sind.

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