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Fürstlicher Lustgarten mit spektakulärem Gewächshaus

Botanischer Garten Karlsruhe

Botanischer Garten Karlsruhe, Agapanthus; Foto:  Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, Thomas Huber
Aktuell im August

Der Agapanthus

Im August schmücken Kübel mit üppig blau oder weiß blühenden Agapanthus-Pflanzen den Botanischen Garten Karlsruhe. Im Barock gehörte der Agapanthus, zusammen mit den Zitronen- und Orangenbäumen, zu den Modepflanzen in den fürstlichen Gärten.

 Botanischer Garten Karlsruhe, Agapanthus; Foto:  Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, Thomas Huber

Der Agapanthus blüht weiß oder blau.

Liebeslilien

Botanisch ist der Agapanthus eine eigene Unterfamilie der Schmuckliliengewächse – und die gehören erstaunlicherweise zu den Spargelartigen. Der wissenschaftliche Name wird gelegentlich auch direkt ins Deutsche übertragen und lässt die dekorative Kübelpflanze dann zur Liebesblume oder Liebeslilie werden, denn die Namensbestandteile sind die griechischen Wörter „agape“ (Liebe) und „anthos“ (Blume).

SEIT 1692 IN DEN GÄRTEN NACHGEWIESEN

Eigentlich stammt die Pflanze aus Afrika. Mit ihren dekorativen Blättern und der üppigen Blüte gehörte sie schon in der Barockzeit, zusammen mit den Zitrusgewächsen, zur Grundausstattung der eleganten Gärten. In Europa ist der Agapanthus bereits 1692 nachgewiesen. Auch im Botanischen Garten Karlsruhe gehört er zur gärtnerischen Tradition. Fast alle heute verwendeten Pflanzen sind Auslesen und Kreuzungen von Agapanthus praecox. Sie blühen in Blau oder Weiß. Es gibt im Pflanzenhandel eine zierlichere und schmalblättrige Unterart mit dem lateinischen Beinamen „minimus“, die insgesamt kleiner ist, aber besonders reichlich blüht. Die Pflege ist auch für Hobbygärtner einfach.

Botanischer Garten Karlsruhe, Agapanthus; Foto:  Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, Thomas Huber
Botanischer Garten Karlsruhe, Agapanthus; Foto:  Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, Thomas Huber

Die Pflege ist auch für Hobbygärtner einfach.

KÜHL IM WINTER, SONNIG IM SOMMER

Im Winter kann die Kübelpflanze in einer frostfreien Garage oder im kühlen Keller stehen. Sie sollte dann relativ trocken gehalten werden. Sie hat große Rhizome – so der korrekte Name der Speicherwurzeln – und kommt daher im Winter mit sehr wenig Wasser aus. Hier gilt: Je kühler der Standort, desto weniger Wasser braucht die Pflanze. Sobald es frostfrei ist, kann sie wieder in den Garten gebracht werden – am besten an einen sonnigen Standort. Das Wichtigste an der Pflege im Sommer ist regelmäßiges Gießen und Düngen. Gerade Letzteres ist entscheidend für die Blüte, denn was in einem Jahr an Dünger gegeben wird, wird zum Blüteansatz für das kommende Jahr. Die Pflanze sollte daher im wöchentlichen Rhythmus mit einem Blütendünger versorgt werden.

Botanischer Garten Karlsruhe, Agapanthus; Foto:  Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, Thomas Huber

Im Sommer heißt es Gießen und Düngen.

 Botanischer Garten Karlsruhe, Agapanthus; Foto:  Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, Thomas Huber

Im August öffnen sich die Blütenknospen.

ANZUCHTTIPPS VOM PROFI

Die Reste der Blüte kann man als dekorativen Schmuck an der Pflanze belassen und erst mit dem Einräumen der Pflanze abschneiden. Vermehrt wird die Pflanze durch Teilung oder Aussaat. Teilen sollte man erst, wenn der Kübel zu klein ist, denn der Agapanthus liebt es, in einem engen Kübel mit vielen Rhizomen zu wachsen. Wenn man die Pflanze aus den Samen heranziehen will, braucht man allerdings Geduld: Es dauert seine Zeit, bis man eine blühfähige Pflanze hat.