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Fürstlicher Lustgarten mit spektakulärem Gewächshaus
Botanischer Garten Karlsruhe
Botanischer Garten Karlsruhe, Kamelie
Aktuell im Februar

Kamelie

Die absolute Modepflanze der eleganten Welt – das war die Kamelie im 19. Jahrhundert. Jetzt blühen die 20 Exemplare im Botanischen Garten Karlsruhe in den Schaugewächshäusern. Zu Zeiten der Großherzöge war die Kamelie so beliebt, dass sie ein ganzes Glashaus im Botanischen Garten einnahm: das „Camellienhaus“.

Botanischer Garten Karlsruhe, Kamelie

Aus der Familie der Teegewächse.

Pflanzensammlung im Aufbau

Die Kamelie gehört in die Familie der Teegewächse und ist in Ostasien zu Hause. Eng verwandt ist sie mit dem Teestrauch: als immergrüne Pflanze und mit ihren attraktiven Blüten eine tolle Augenweide im Winter bis ins Frühjahr. Die Kamelie war die absolute Modepflanze im 19. Jahrhundert und wurde auch im Botanischen Garten der badischen Großherzöge gezogen. Die Kameliensammlung umfasst aktuell 20 Exemplare im Kalthaus und befindet sich weiterhin im Aufbau.

Botanischer Garten Karlsruhe, Kamelie

Carl von Linné als Namensgeber.

Carl von Linné gibt den Namen

Benannt wurde die Camellia japonica vom großen Botaniker Carl von Linné, dem Briefpartner der badischen Markgräfin Caroline Luise. Er nannte 1753 die Pflanze nach Georg Joseph Kamel, einem Jesuitenpater und Apotheker, der in Südostasien tätig war. Nepal, Vietnam, das südliche China, Korea und der Süden Japans sind Länder, in denen die Pflanze natürlich vorkommt. In chinesischen und japanischen Gärten war und ist die Kamelie ein beliebter Zierstrauch. Erstmals in Europa beschrieben wurde sie von George Meister in seinem Reisebericht „Der Orientalisch-Indianische Kunst- und Lust-Gärtner“ im Jahr 1692. Dokumentiert sind die ersten Kamelien in Europa 1739 in englischen Gewächshäusern. Um das Jahr 1770 kamen die ersten Pflanzen nach Deutschland und verbreiteten sich zuerst in Schlossgärten.

„Camellienhaus“ im Botanischen Garten

Das 19. Jahrhundert war die große Zeit der Kamelien in Europa. Besonders die französische Kaiserin Joséphine liebte sie. Immer mehr Sorten wurden eingeführt und neue gezüchtet. Die Modepflanze wurde zum Teil der eleganten Welt. Davon zeugt die Litertaur, etwa Alexandre Dumas‘ Roman „Die Kameliendame“ – und nach dieser Vorlage Verdis Oper „La traviata“. Aus dem 19. Jahrhundert stammen die Spuren der Kamlien im Karlsruher Botanischen Garten: Damals gab es sogar ein eigenes „Camellienhaus“, das im Plan des Gartenführers von 1888 eingezeichnet ist.

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Ausschnitt aus dem Gartenplan von 1888. Oben links befindet sich das Kamelienhaus.

Botanischer Garten Karlsruhe, Kamelie

Anspruchsvolle Schönheit.

Sensible Kamelien

Je nach Sorte sind Kamelien im Weinbauklima sogar winterhart. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Pflanzen für den Garten geeignet sind. Im Kübel liebt die Kamelie einen humusreichen, leicht sauren Boden. Im Sommer sollte der Kübel an einem halbschattigen Standort, ohne Morgensonne, seinen Platz finden. Bis zum ersten Frost kann sie im Freien stehen bleiben. In der Wachstumsphase sollte regelmäßig gegossen und auch gedüngt werden. Sie verträgt keine pralle Sonne und nimmt jede Art von abruptem Wechsel übel: Dürre – Nässe, Hitze – Kälte, trockene Luft – feuchte Luft. Wenn es der Pflanze nicht gefällt, reagiert sie mit Blattfall und wirft auch ihre Blütenknospen ab.