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Fürstlicher Lustgarten mit spektakulärem Gewächshaus

Botanischer Garten Karlsruhe

Botanischer Garten Karlsruhe, Kaffeepflanze; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Thomas Huber
Aktuell im Februar

Kaffeekirschen aus Karlsruhe

Die Kaffeepflanze gehört seit jeher zur Bepflanzung der kurfürstlichen Gewächshäuser und diente der Versorgung des Hofstaates mit dem genussvollen Getränk. Diese Tradition wird nun im Botanischen Garten fortgeführt.

Lebendiges Monument

Seit der Sanierung der Gewächshäuser im April 2018 orientiert sich die Gestaltung und die Pflanzenauswahl exakt an den historischen Vorlagen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und macht den Botanischen Garten somit zu einem lebendigen Monument. Auf diesem Wege hielt auch eine Kaffeepflanze Einzug in das Gewächshaus.

Kaffeebohnen; Foto: pixabay, gemeinfrei

Die Kaffeebohnen aus Karlsruhe werden aufgrund ihrer geringen Menge in der Pfanne geröstet.

Von der Kirsche zur Bohne

Schon im ersten Jahr trug die Pflanze Blüten und nach circa zehn Monaten Reifezeit konnten im Februar leuchtend-orangefarbene Kaffeekirschen geerntet werden. Nach der Ernte werden diese für eine Woche in Wasser eingelegt, um das Fruchtfleisch zu lösen, denn im Inneren einer Kirsche befinden sich jeweils zwei Bohnen. Nach der Trocknung übernimmt die Karlsruher Kaffeerösterei „tostino“ die Weiterverarbeitung.

Botanischer Garten Karlsruhe, Kaffeepflanze; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Thomas Huber

Die Kaffeepflanze im Botanischen Garten.

Pflegeanleitung für die Kaffeepflanze

Kaffeepflanzen gibt es im Frühjahr und Sommer im Handel in unterschiedlichen Größen zu kaufen. Da die Pflanzen zu den Selbstbestäubern zählen, reicht ein Exemplar aus. Im warmen Wohnzimmer ans Fenster gestellt, gedeihen die Pflanzen recht gut. Im Spätsommer tragen sie helle, duftende Blüten, aus denen sich über den Winter bis ins Frühjahr Kaffeekirschen bilden, die beim Reifen meistens orangefarben werden. Bei guter Pflege, regelmäßigem Gießen und Düngen kann die Kaffeepflanze mehrere Jahre alt werden. In den ersten Jahren wächst der Kaffee gleichmäßig heran, sodass Schnittmaßnahmen erst bei älteren Gewächsen notwendig werden. Leider ist die Pflanze anfällig gegen Woll- und Schmierläuse, die sich vor allem bei älteren Pflanzen sehr gut in den Blattachsen und Kaffeekirschen verstecken können. Bei größeren Pflanzen lohnt sich dann der Einsatz von Nützlingen im Kampf gegen die Schädlinge. Kaffeepflanzen können auch gezogen werden, indem die Bohnen ausgesät werden – allerdings nicht die gerösteten Bohnen, sondern nur die frisch geernteten Kaffeekirschen, deren Keimkraft jedoch lässt schnell nach.

Botanischer Garten Karlsruhe, Ernte der Kaffekirschen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Christina Ebel

Gartenleiter Thomas Huber pflückt vorsichtig die leuchtend orangenen Kaffeeekirschen von der Kaffeepflanze.