Bypass Repeated Content

Fürstlicher Lustgarten mit spektakulärem Gewächshaus

Botanischer Garten Karlsruhe

Botanischer Garten Karlsruhe, Granatapfel; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Thomas Huber
Aktuell im Juli

Granatapfel

Üppig blühen jetzt im Juli die Granatapfelpflanzen im Botanischen Garten Karlsruhe. Schon von Beginn an widmeten die Gärtner des markgräflichen Gartens solchen Exoten ihre Leidenschaft. Heute zeigen die Fachleute der Staatlichen Schlösser und Gärten in Karlsruhe Granatäpfel mit unterschiedlichen Blütenfarben und -formen und auch Pflanzen, die Früchte tragen.

Sandro Botticelli, Detail: Madonna mit dem Granatapfel, 1487; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Sandro Botticellis „Madonna mit dem Granatapfel“.

GRANATAPFEL, SYMBOL MIT ALTER TRADITION

Punica granatum, der gemeine Granatapfelbaum, hat eine lange Tradition nördlich der Alpen: Die Frucht aus dem Mittelmeerraum mit ihrem geheimnisvoll roten Inneren galt als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit, aber auch für Blut und Tod. Oft sieht man Granatäpfel auf Bildern des Mittelalters: Das Jesuskind hält die Frucht als Anspielung auf seinen späteren Opfertod. Auch der Renaissance-Maler Sandro Botticelli verarbeitete die Thematik in einem seiner Gemälde.

Botanischer Garten Karlsruhe, Granatapfel; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Thomas Huber

Die Pflanze des Monats: der Granatapfel.

Punica granatum

Die prächtige Pflanze gehörte zur exotischen Grundausstattung in vornehmen Gärten: Sie wurde in Töpfen und Kübeln gezogen und überlebte den kalten Winter in den Orangerien. Schon im Gartenführer von 1825 sind Granatapfelpflanzen im Karlsruher Bestand erwähnt. Die heutigen Karlsruher Exemplare wurden Mitte der 1980er-Jahre gekauft und haben sich zu stattlichen Pflanzen entwickelt.

Granatapfel; Foto: Pixabay, gemeinfrei
Botanischer Garten Karlsruhe, Granatapfel; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Thomas Huber

Die Granatapfelpflanze trägt nicht nur leckere Früchte, sondern auch wunderschöne Blüten.

IRAN UND NORDINDIEN ALS HEIMAT

Der Granatapfel kommt ursprünglich aus den Gebiet des heutigen Irans bis Nordindien. Der sommergrüne Strauch kann vier bis fünf Meter hoch werden. Im Frühjahr treibt er rötlich aus, später verfärben sich die Blätter dann in ein helles Grün. Im Sommer erscheinen beim klassischen Granatapfel viele kräftig orangefarbene Blüten. Die Blütenknospe besteht aus einer sehr dicken Hülle, die ganz zarte Blütenblätter freigibt. Die Frucht wird als Scheinfrucht bezeichnet, die äußere Hülle ist sehr hart und lederartig. Im Innern sind mehrere hundert Samen. Diese sind von einem rosafarbenen glasigen Fruchtfleisch umgeben.

Botanischer Garten Karlsruhe, Granatapfel; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Thomas Huber

Die ausgestellten Exemplare gehören schon seit über 35 Jahren zum Bestand des Botanischen Gartens.

Botanischer Garten Karlsruhe, Granatapfel; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Thomas Huber

Mit Äpfeln hat die Pflanze nichts gemein.

BELIEBTE FRUCHT IM MITTELMEERRAUM

Angebaut wird die Frucht im Mittelmeerraum: Dort findet man sie häufig in den Läden und auf Märkten. Sie wird vor allem in der Küche des östlichen Mittelmeerraums in vielen Gerichten verwendet. Schon seit Langem werden die Früchte nach Deutschland geliefertt, wegen ihres Zierwertes – aber auch weil Frucht und Saft außerordentlich viel Vitamin C enthalten. Beliebt, vor allem für Mixgetränke, ist der Grenadinesirup, der aus dem Saft des Granatapfels hergestellt wird.

Botanischer Garten Karlsruhe, Granatapfel; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Thomas Huber

Die zarten Blüten schmücken historische Bauten.

PERFEKT GEEIGNET FÜR DIE TERRASSE

Für Hobbygärtner bietet der Fachhandel mehrere geeignete Sorten und längst gibt es auch gefüllte oder zweifarbig blühende Pflanzen. Früchte tragen allerdings nur die einfach blühenden Pflanzen. Dank der Kunst der Züchter gibt inzwischen sogar Sorten, die bedingt winterhart sind und in Süddeutschland an geschützten Stellen draußen überwintern können. Die Punica Granatum ist absolut unproblematisch in der Überwinterung. Da sie ihr Laub abwirft, kann sie relativ kühl und dunkel stehen. Die Erde sollte dann allerdings trocken oder nur leicht feucht sein. Wer keinen Platz für die normale Wuchsform hat, kann die „kleine Schwester“, die sogenannte „Nana“-Form, ziehen. Sie ist zierlicher und hat auf jedem Balkon Platz.