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Fürstlicher Lustgarten mit spektakulärem Gewächshaus

Botanischer Garten Karlsruhe

Botanischer Garten Karlsruhe, Baumwollblüte; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, Thomas Huber
AKTUELL IM November

Baumwolle

Zarte Schönheiten mit weißen und blassrosa Blüten: Im Kalthaus des Botanischen Gartens Karlsruhe blüht derzeit die Baumwolle. Kaum jemand kennt diese Nutzpflanze, deren Produkte man täglich mit der Kleidung auf der Haut trägt. Schon vor bald 200 Jahren zogen die Gärtner in Karlsruhe die Pflanze für die Schauhäuser.

Botanischer Garten Karlsruhe, Baumwollpflanze; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, Thomas Huber

Baumwollpflanzen im Gewächshaus.

Erkenntnisse aus dem Botanischen Garten für alle

Der Botanische Garten Karlsruhe hatte im 19. Jahrhundert auch einen pädagogischen Auftrag und präsentierte den Bürgerinnen und Bürgern, wie exotische Früchte, Gewürze und Agrarprodukte wuchsen. Seit der Sanierung und Wiedereröffnung der Glashäuser des Botanischen Gartens wird das originale Konzept in der Bepflanzung wieder umgesetzt. Der historische Ansatz hat das Erscheinungsbild der Schauhäuser verändert – und auch der didaktische Ansatz aus der Erbauungszeit passt zu den heutigen Bedürfnissen. Heute weiß kaum jemand, wie Baumwolle, eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte, wächst.

Feld mit reifer Baumwolle; Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Reife Baumwolle auf dem Feld.

Baumwolle als kostbare Faser

Bekannt ist die Baumwolle durch die weißen Samenfasern, die in ganzen Büscheln an den Pflanzen hängen. Aus diesen Fasern wird unter anderem das Baumwollgarn produziert. Die Naturfaser ist eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte der Welt. Kultiviert wird sie seit Jahrtausenden – und wahrscheinlich gelang der Anbau in Amerika, in Asien und in Afrika unabhängig voneinander! Bis in die Neuzeit waren Baumwollstoffe in Europa kostbares Importgut und teuer wie Seide.

Drei Arten im botanischen Garten gezogen

Die Gärtner im Botanischen Garten Karlsruhe können sich bei der Baumwolle auf eine lange Tradition berufen. Der Gartenführer aus dem Jahr 1825, der alle damals kultivierten Pflanzen aufzählt, kennt bereits drei verschiedene Arten von Baumwolle, die in den Gewächshäusern gezogen wurden. Die Baumwolle wird im zeitigen Frühjahr im Glashaus ausgesät. Im Spätsommer erscheinen die Blüten. Je größer die Baumwollpflanze wird, desto höher ist auch der Bedarf an Wasser. Im Winter stirbt die Pflanze mit der Reife der Samen dann langsam ab.

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Im Spätsommer erscheinen die Blüten der Baumwollpflanze.