Fürstlicher Lustgarten mit spektakulärem Gewächshaus
Botanischer Garten Karlsruhe
Botanischer Garten Karlsruhe, Senna didymobotrya

Aktuell im SeptemberGeflügelte Senna

Im September blüht mit der Geflügelten Senna, historisch betrachtet, eine eher junge Pflanze im Botanischen Garten Karlsruhe: Die „Senna didymobotrya“ wurde erstmals im 19. Jahrhundert unter dem lateinischen Namen „Cassia“ beschrieben. Aber im Gartenführer von 1825 sind in Karlsruhe elf andere Arten der Gattung Senna erwähnt.

Botanischer Garten Karlsruhe, Senna didymobotrya

Die Blüten öffnen sich der Reihe nach.

BLÜHT LEUCHTEND GELB BIS OKTOBER

Die Geflügelte Senna ist ein wahrer Sommer-Dauerblüher: Von Juni bis in den Oktober hinein blüht die aus dem tropischen Afrika stammende Pflanze. Dass sie über so einen langen Zeitraum blüht, liegt daran, dass die einzelnen Blüten der Reihe nach von unten nach oben aufgehen. Dabei verwandelt sich die Farbe der Blütenkerze von einem bräunlichen Ton (der Knospen) in ein leuchtendes Gelb. Die Blüten duften nicht. Aber wenn man an den Blättern reibt, duften die Hände nach Erdnuss oder Popcorn!

Botanischer Garten Karlsruhe, Senna didymobotrya

Eine Pflanze – viele Namen.

EINE PFLANZE MIT VIELEN NAMEN

Im Volksmund wird die strauchartige Pflanze daher Popkornstrauch genannt. Nur  eine von vielen Bezeichnungen: Neben dem offiziellen Namen „Geflügelte Senna“, der in der Fachliteratur steht, ist sie bekannt als Indische Gewürzrinde, Kerzenstrauch und Erdnuss-Kassie. Als „Cassia“ wurde sie 1839 erstmals von dem deutschen Arzt und Botaniker Johann Baptist Georg Wolfgang Fresenius beschrieben. Die heute gültige Erstbeschreibung unter dem Artnamen ‚Senna didymobotrya‘ stammt von Howard Samuel Irwin und Rupert Charles Barneby. Sie wurde erst 1982 veröffentlicht.

Botanischer Garten Karlsruhe, Senna didymobotrya
Botanischer Garten Karlsruhe, Senna didymobotrya
Botanischer Garten Karlsruhe, Senna didymobotrya

Der Strauch der Sennapflanze blüht bis in den Oktober hinein leuchtend gelb.

AUS DER FAMILIE DER HÜLSENFRÜCHTLER

Mit der Erdnuss ist die Geflügelte Senna botanisch verwandt: Beide gehören zur Familie der Hülsenfrüchte, wie auch Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Linsen und Sojabohnen. Hülsenfrüchte sind weltweit in jeder Küche zu finden. Sie enthalten lebensnotwendige Nährstoffe wie Eiweiß, Kohlenhydrate oder Vitamin B1. Die Geflügelte Senna ist jedoch giftig und nicht zum Verzehr geeignet. Der Sud der Blätter wird gegen Magenbeschwerden, als Anti-Malaria-Medizin und als mildes Abführmittel genutzt. In Afrika verwendet man die Senna-Früchte zum Fische fangen.

Botanischer Garten Karlsruhe, Senna didymobotrya

Die Pflanze hat es gerne sonnig.

BENÖTIGT SONNE UND VIEL WASSER

Im tropischen Afrika wird die Geflügelte Senna als Strauch zwei bis drei Meter hoch und eineinhalb bis zwei Meter breit. In Gärten findet man sie als sommerblühende Kübelpflanze. Die Senna ist keine einfach zu pflegende Pflanze: Sie benötigt einen sonnigen, warmen Standort, viel Wasser und regelmäßige Düngergaben. Vor dem Einräumen im Herbst müssen die Jahrestriebe zurückgeschnitten werden. Die Kübelpflanze überwintert in einem temperierten Haus nicht unter 12 Grad. Da sie relativ früh wieder austreibt, benötigt sie auch im Winter viel Licht.