Fürstlicher Lustgarten mit spektakulärem Gewächshaus
Botanischer Garten Karlsruhe
Botanischer Garten Karlsruhe, Kaffeepflanze

Exotische Getränke aus fernen LändernKAFFEE, TEE UND SCHOKOLADE

Unaufhaltsam traten Kaffee, Tee und Schokolade ihren Siegeszug in Europa an. Die drei Kolonialwaren fanden ihren Weg auf die Tafeln und in die Gärten des Adels. Im Botanischen Garten Karlsruhe knüpft man an die Tradition des 19. Jahrhunderts an: Im Tropenhaus wächst heute wieder Kaffee.

Botanischer Garten Karlsruhe, Kaffeepflanze

Kaffeepflanze mit Kaffeebohnen im Botanischen Garten Karlsruhe.

KAFFEE AUS DEM BOTANISCHEN GARTEN KARLSRUHE

In den Gärten des Adels wurden Pflanzen aus zwei Gründen kultiviert: wegen ihres interessanten Aussehens und als Nutzpflanze für die Hofküche. Im Botanischen Garten Karlsruhe wuchs viele Jahre Kaffee, doch im 19. Jahrhundert endete der Kaffeeanbau. Erst gut 100 Jahre später, 2019, wurde wieder Kaffee aus eigenem Anbau geerntet. Die Ausbeute betrug 260 Gramm Kaffeepulver – das reichte für wenige Kaffeetassen. Aber an die historische Tradition anknüpfen zu können, ist ein voller Erfolg für die Gärtner.

Botanischer Garten Karlsruhe

Bietet Exotik mitten in der Stadt: der Botanische Garten Karlsruhe.

EINE OASE IN DER STADT

Eine Sammlung seltener und exotischer Pflanzen – das schwebte dem badischen Landesherrn bereits 1715 bei der Gründung der Stadt Karlsruhe vor. Rund 100 Jahre später wurde der Botanische Garten gegründet: Er war ein Herzensprojekt der Markgrafen von Baden. Zu den über 6.000 Arten, die im 19. Jahrhundert hier wuchsen, gehörten exotische Gewürze und Genussmittel wie Nelken ‒ und Kaffee. Heute ein beliebtes Alltagsgetränk, war Kaffee einst außergewöhnlich und kostbar.

Kakaopflanze mit Kakaofrucht

Eine Kakaofrucht am Baum.

ERST SCHOKOLADE, DANN TEE UND KAFFEE

Mit der „Entdeckung“ Amerikas 1492 durch Christopher Kolumbus lernten die Europäer zuerst Schokolade kennen. Die Seefahrer brachten sie mit nach Europa. Tee und Kaffee wurden später bekannt: Um 1610 brachte die Niederländische Ostindien-Kompagnie erstmals grünen Tee in die Niederlande. Kaffee gelangte von Afrika aus über den arabischen Raum ins osmanische Reich: Von hier breitete sich das Getränk durch Handel und Krieg zunehmend in Mittel- und Westeuropa aus.

Corenlius Dekker oder Bontekoe

Cornelius Dekker, auch bekannt als Cornelius Bontekoe.

GENUSS JA ODER NEIN?

Der Konsum von Schokolade, Tee und Kaffee wurde im 17. Jahrhundert diskutiert. Der niederländische Arzt Cornelius Dekker verteidigte die drei Getränke gegen Vorurteile: Tee führe weder zu Wassersucht noch zur Dehydration oder gar zu Unfruchtbarkeit. Vielmehr sei Tee gesund für den Menschen. Ohne Sorge, so Dekker, könne man sogar 200 bis 300 Tassen Tee trinken. Kaffee habe „bey weiten die Tugenden“ des Tees nicht, sei jedoch „auch nicht zu verschmähen“. Die Schokolade „thut dem magen gut, (…) absonderlich wenn man nicht zuviel Zucker dazu thut.“

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