Un jardin d’agrément princier avec une serre spectaculaire

Jardin botanique de Karlsruhe

Orchideenblüte aus dem Botanischen Garten Karlsruhe; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff
Teil der fürstlichen Repräsentation

Das Sammeln von Pflanzen

Das Anlegen von kostbaren Sammlungen gehörte zu den großen Leidenschaften der Fürsten im 18. Jahrhundert. Sie sammelten nicht nur Gemälde, Porzellan oder Bücher, sondern auch Pflanzen – schließlich waren die Gärten rund ums Schloss Teil der fürstlichen Repräsentation.

Der Botanische Garten Karlsruhe aus der Luft; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Der einst fürstliche Lustgarten aus der Luft.

Die Lustgärten

Vor dem Schloss ein Ehrenhof, hinter dem Schloss ein Garten – das war das übliche Schema einer barocken Schlossanlage. In Karlsruhe war das aufgrund der komplexen Entstehungsgeschichte anders: Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach war ein Pflanzenliebhaber und das Schloss nach Süden ausgerichtet. So entstanden die fürstlichen Lustgärten in Karlsruhe vor den weit ausladenden Flügeln des Residenzschlosses. Hinter dem Schloss lag das Jagdareal.

Vogelschauplan von Residenzschloss und Stadt Karlsruhe, Kupferstich (1739), nach Christian Thran; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Erinnerungen an die einstige Pracht.

IN AFRIKA UNTERWEGS

An die Lustgärten erinnern bis heute die eindrucksvollen Kupferstiche nach Zeichnungen des Hofgärtners Christian Thran (1701–1778). Im Auftrag Karl Wilhelms ging Thran auf Reisen, um Pflanzen zu sammeln – unter anderem nach Afrika, von wo er Palmen und Kampferbäume mitbrachte. 1733 nannte ein Verzeichnis der Gärten 2.000 Pflanzenarten. In den Orangerien, damals südwestlich des Schlosses gelegen, überwinterte man die Zitrusbäumchen. Sie symbolisierten das ewige Leben eines Herrschers, die Früchte wurden in der Küche verarbeitet.

Aquarellblatt aus dem Karlsruher Tulpenbuch; Foto: Badische Landesbibliothek

Die Zwiebelpflanze löste eine wahre Tulpomanie aus.

Das Karlsruher Tulpenbuch

Im 17. Jahrhundert hatten die Tulpen eine wahre Manie ausgelöst. Auch im 18. Jahrhundert schätzte man die Blumen aus dem Orient – wie Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach. Mehrmals reiste er selbst nach Holland, um Zwiebeln zu kaufen. 6.000 Pflanzen aus seinen Gärten ließ er in fein gemalten Aquarellen verewigen, dem sogenannten „Karlsruher Tulpenbuch“ – darunter 5.300 Tulpen. 72 Blätter haben sich erhalten, sie befinden sich heute in der Badischen Landesbibliothek – eine eindrucksvolle Fülle von Formen und Farben.

Die Sammlungen unter Karl Friedrich

1738 starb Karl Wilhelm an einem Schlaganfall in seinem Garten, angeblich bei der Gartenarbeit. Sein Nachfolger Karl Friedrich und dessen Ehefrau Karoline Luise begannen in den 1760er-Jahren, systematisch Pflanzen zu sammeln – auch unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Ein Verzeichnis von 1791 listete 4.000 Arten auf. Noch 1811, in seinem Todesjahr, schickte Karl Friedrich den Garteninspektor Andreas Johann Hartweg zum Pflanzenkauf nach Paris. Zu der Zeit gab es schon 6.000 Arten im Karlsruher Garten – darunter viele Nutzpflanzen.

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