Im Juni blüht Der peruanische Pfefferbaum

Kleine, gelblich-weiße Blütentrauben und immergrüne, fiedrige Blätter zeichnen den peruanischen Pfefferbaum aus. Bekannt ist das mittel- und südamerikanische Gehölz für seine rosa-roten Steinfrüchte – als „Rosa Pfeffer“ bringen sie Farbe in viele Gewürzmischungen.

Botanischer Garten Karlsruhe, Pfefferbaum im Bereich des Wintergartens

Der peruanische Pfefferbaum hat feingliedrige Blätter und gelb-weißliche Blüten.

DER FALSCHE PFEFFER

Mit dem „echten“ Pfeffer hat der Pfefferbaum wenig gemeinsam: Die Früchte ähneln sich; der Pfefferbaum stammt jedoch aus Mittel- und Südamerika. In seiner Wildform wächst der Pfefferbaum in Peru, Chile und im Norden Argentiniens. Als „Schinus molle“ beschrieb ihn 1753 erstmals der schwedische Botaniker Carl von Linné. Im Botanischen Garten Karlsruhe stehen zwei bis drei Meter hohe Exemplare im Bereich des Wintergartens: Bereits im Garteninventar von 1888 ist peruanische Pfefferbaum verzeichnet.

WÜRZE FÜR SPEIS UND TRANK

Der Pfefferbaum gehört zur Familie der Sumachgewächse und ist botanisch verwandt mit Cashew-Bäumen. Die Fiederblättchen duften pfeffrig, wenn man sie knickt; die rosaroten Beeren schmecken nach Pfeffer. Dabei sind sie weniger scharf als die „echten“ schwarzen, weißen und grünen Pfefferkörner: Ihnen fehlt das Piperin. Die milde Schärfe und der wacholderähnliche Geschmack des „Rosa Pfeffers“ eignen sich für Fisch- und Fleischgerichte sowie für würzige Speisen der vegetarischen Küche.

Die roten Beeren sehen aus wie Pfeffer, schmecken nach Pfeffer, sind aber weniger scharf.

VIELSEITIGE HEILPFLANZE DER ANDENREGION

In Mittel- und Südamerika verwenden traditionelle Heiler die Bestandteile des Pfefferbaums für medizinische Zwecke. Das Ätherische Öl, das aus den Früchten und den Blättern gewonnen wird, ist antiseptisch. Es fördert die Wundheilung und schützt vor Mücken und Insekten. Innerlich angewendet hilft es bei rheumatischen Beschwerden, Atemwegserkrankungen und Bluthochdruck. Die Beeren haben eine harntreibende Wirkung und sind ein natürliches Abführmittel. Die gemahlene Rinde hilft bei geschwollenen Füßen.

Botanischer Garten Karlsruhe; Wintergarten von aussen

Bei Minusgraden kommt der Pfefferbaum im Winterquartier unter.

EIN EINDRUCKSVOLLER SOLITÄRBAUM

Als Kübelpflanze im Privatgarten ist der Pfefferbaum eher ungeeignet: Er braucht eine gewisse Größe und ein gewisses Alter, bis er blüht und fruchtet. Dabei ist er absolut pflegeleicht. Wer einen Pfefferbaum als Kübelpflanze halten möchte, benötigt im Winter einen frostfreien Unterstand. Die Pflanze muss regelmäßig bewässert werden. Der „Schinus molle“ ist nicht winterhart, kann aber vereinzelt Temperaturen bis zu minus zehn Grad aushalten.