Im Juli blüht Die Ringelblume

Alle kennen die unkomplizierte Sommerblume aus vielen Gärten. Aber die „Calendula officinalis“ ist eine Pflanze mit viel Geschichte – und wurde im Botanischen Garten Karlsruhe bereits im 19. Jahrhundert in zwölf Spielarten gezogen!

Botanischer Garten Karlsruhe, Detailaufnahme Ringelblumenblüte

Die Ringelblume (Calendula officinalis) ist vielfältig nutzbar, nicht nur in der Pharmazie.

VON HILDEGARD VON BINGEN BESCHRIEBEN

Die Ringelblume gehört schon seit vielen Jahrhunderten zu den Pflanzen, die von Menschen angebaut und genutzt werden. Die berühmteste Autorin des Mittelalters, Hildegard von Bingen, war es, die vor über 900 Jahren die Pflanze beschrieb und ihren vielfältigen Nutzen hervorhob. Der wissenschaftliche Name der Ringelblume, Calendula officinalis, verweist mit dem zweiten Wort auf diese traditionelle pharmazeutische Nutzung. Und bis heute wird sie gern in Salben und Tinkturen eingesetzt – und viele rühmen ihre wohltuende Wirkung.

Botanischer Garten Karlsruhe, Ringelblumenbeet

Das Ringelblumenbeet im Botanischen Garten Karlsruhe.

DER BOTANISCHE GARTEN IN SEINER ORIGINALEN FORM

Im Gartenführer des Botanischen Gartens aus dem Jahre 1888 findet sich nicht nur die gewöhnliche Ringelblume, Calendula officinalis, sondern weitere elf Ringelblumenarten. Beispielsweise die Ackerringelblume und kupferfarbenen Exemplare oder auch die sizilianische Ringelblume.

An diesem Verzeichnis orientieren sich heute die Fachleute bei der Anlage und Pflanzung des Botanischen Gartens Karlsruhe. Aber auch an Grabungen, um die ursprüngliche Form von Pflanzbeeten und Wegen zu ermitteln.

Küchenmörser

Die Ringelblume wird in der Volksmedizin zu Tee, Salben und Extrakten weiterverarbeitet.

LANGE TRADITION IN DER VOLKSMEDIZIN

Die Ringelblume wird schon so lange in Mitteleuropa kultiviert, dass ihre ursprüngliche Herkunft unbekannt ist. Angebaut wird sie weltweit. Geerntet werden vor allem die Blüten, die getrocknet weiterverarbeitet werden. Als Tee, in Salben oder Extrakten kommen sie in der Naturheilkunde zum Einsatz und sie sollen bei vielen Leiden helfen, etwa bei Hautentzündungen und bei der Wundheilung, bei Magen- und Darmgeschwüren und bei Menstruationsbeschwerden.

ANSPRUCHSLOS – UND DOCH NICHT

Ringelblumen sind einjährig und gehören zu den Korbblütlern. Je nach Art werden sie bis zu 70 Zentimeter hoch. Ihre Blütezeit dauert über den ganzen Sommer, von Juni bis Oktober. Die zahlreichen kleinen Samen mit ihrer typischen Hakenform werden durch Tiere oder einfach durch den Wind verbreitet, so dass sich die Ringelblumen leicht selber wieder aussähen. So ist sie auch im Garten einfach zu kultivieren. Der Samen wird an April an Ort und Stelle ausgesät und nach wenigen Wochen blüht es leuchtend gelb und orange im Garten. Die Verbreitung ist dagegen schwieriger, denn die Ringelblume breitet sich nur von selber aus, wenn ihr der Standort gefällt. Am liebsten hat sie einen vollsonnigen Standort und lockeren Boden.

Die Ringelblume: ein Korbblütler mit besonderen Ansprüchen.